E-Bike Akku & Lebensdauer: Leistung, Reichweite und die besten Pflegetipps

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Neben dem Motor bildet der Akkumulator das, was das E-Bike überhaupt ausmacht: den elektronischen Antrieb. Akkus sind dafür bekannt, dass sie nicht ein Leben lang halten. Das ständige Auf- und wieder Entladen setzt den Energiespeichern doch ganz schön zu. Wie bei Batterien schon bei der ersten Entladung, ist auch bei den Akkus irgendwann die Zeit gekommen und ihre Lebensdauer ist abgelaufen.

Wann dieser Zeitpunkt stattfindet, lässt sich beeinflussen. Die richtige Pflege des Akkus ist entscheidend. Wenn man möchte, dass einen sein Hab und Gut möglichst lange begleitet und zufriedenstellt, muss man auch gut darauf aufpassen. Wie man das im Falle des E-Bike-Akkus macht, erklären zum einen unser Quick-Guide und zum anderen der darauffolgende ausführliche Ratgeber.

Quick-Guide zum Erhöhen der Akkulebensdauer

  • Den Akku keinen extemen Termperaturen aussetzen
  • Im Warmen und Trockenen überwintern
  • Keiner Nässe aussetzen
  • Richtig kalibrieren
  • Den Akku weder vollständig ent- noch aufladen
  • Nur mit einem leicht feuchten Tuch und ohne Reinigungsmittel reinigen
  • Reparieren lassen statt wegwerfen

Kapazität – Leistung – Reichweite

Akkukapazitäten reichen in der Regel von etwa 300 bis 500 Wattstunden. Das sind Akkumulatoren, die man häufig im Handel antrifft. Darüber hinaus gibt es vereinzelt auch Modelle mit bis zu 600 Wh. Dieser Wert ergibt sich als Produkt aus Volt und Amperestunden und ist somit ganz leicht zu berechnen, sollten die Wattstunden nicht am Produkt selbst angegeben sein.

Die Kapazität bestimmt maßgeblich, aber gemeinsam mit vielen anderen Faktoren, die Leistung und die Reichweite des Antriebs bzw. des E-Bikes als Ganzes. Es versteht sich von selbst, dass man mit 300 Wattstunden bei denselben Bedingungen weniger weit fahren kann, als mit 500 Wh. Nebenbei bemerkt wirkt sich diese zusätzliche Leistung leider sowohl auf das Gewicht als auch den Preis aus. 500-Wh-Akkus sind um einiges teurer und schwerer.

Pflege des E-Bike-Akkus für höhere Haltbarkeit

Um alles, was im Energiespender und -speicher potentiell steckt, auch nutzen zu können, bedarf es des richtigen Umgangs mit dem Gerät. Was man vermeiden sollte, wie man den Akku richtig lädt und lagert und wie man der Technik noch ein Schnippchen schlagen kann, um ein bisschen mehr Energie rauszuholen, lesen Sie hier.

Pedelec-Akkus richtig laden

Je nach Kapazität dauert eine halbe Ladung ca. eine halbe (bei 300 Wh) bis 2 Stunde(n) (bei 500 Wh). Zur Erinnerung: die Akkus sollten nicht vollständig geladen werden. Akkuladestände, die sich zwischen 30 % und 70 % bewegen sind ideal für eine lange Lebensdauer. Sollte man einmal über diese Limits hinauskommen, hat das natürlich keine sofortigen Folgen. Einen Dauerzustand sollte dies aber nicht darstellen.

Aufgeladen wird ausschließlich mit dem dazugehörigen E-Bike-Akkuladegerät. Schäden, die durch unpassende Ladegeräte entstehen, werden weder von Garantie, Gewährleistung noch von (den meisten) Versicherungen berücksichtigt. Das dürfte allerdings kein allzu großes Problem darstellen, da das richtige Ladegerät für gewöhnlich ohnehin im Lieferumfang enthalten ist. Höchstens beim privaten Second-Hand-Kauf sollte man vielleicht gesondert darauf achten, dass man es auch dazubekommt.

Die Lagerung: Vorsicht vor allem im Winter

Im Winter darf der Akku keinesfalls mit dem E-Bike draußen bei Temperaturen unter null Grad verweilen. Wenn Sie bei Kälte das Rad nutzen, sollten Sie den Akku auf jeden Fall immer mit nach drinnen nehmen und erst kurz vor Gebrauch wieder in den Anschluss ein- und damit der Kälte aussetzen.

Wird das Rad in Keller, Garage oder Abstellraum überwintert, sollte der Akku auch ausgebaut und in wärmeren aber nicht zu geheizten und trockenen Gefilden aufbewahrt werden. Beachten Sie auch, dass er immer zu etwa 30 % bis 60 % geladen sein soll. Gegebenenfalls müssen Sie ihn zwischendurch einmal nachladen.

Akku kalibrieren

Damit der Akku bzw. das System wissen, wo ihre Kapazitäten liegen, müssen sie kalibriert werden. Das passiert, wenn man den neuen Akku ganz zu Beginn erstmal 3x vollständig auf- und entlädt. Vereinfacht ausgedrückt, zeigt das dem System eben, wo die Grenzen liegen und es zählt dann dementsprechend die Ladezyklen. Nach dieser Kalibrierung sollte der Akku nicht mehr an diese Limits gebracht werden.Daher die Regel, dass man den Akku prinzipiell nicht vollständig auf- und entladen sollte.

BMS – Batteriemanagementsystem

Das Batteriemanagementsystem schützt den Akku insofern, als dass es sozusagen eingreift, wenn ein Akku beim Laden überlastet wird. Plötzliches Unterbrechen des Ladens oder völliges Ent- oder Aufladen können so dem Akku gar keine oder zumindest keine großen Schäden zufügen. Außerdem sorgt das BMS dafür, dass die Entladung der Akkuzellen gleichmäßig vonstattengeht und keine Überspannungen passieren.

Außerdem fungiert es als Kommunikationssystem zwischen Akku, Antrieb und Display. So weiß der Akku, wie viel Power er liefern muss und der E-Bike-Lenker kann auf der Steuereinheit und dem Display ablesen, wie viel sich davon noch im Akku befindet. Alles in allem ist das Batteriemanagementsystem sozusagen das Gehirn des Akkus.

Maximale Ladezyklen und demnach fahrbare Kilometer

Eine weitverbreitete Hausnummer bei den maximalen Ladezyklen ist 1.000. Man kann einen Akku also über seine Lebensdauer hinweg insgesamt 1.000 Mal vollständig laden. Geht man davon aus, dass neuere Akkus nicht die Anzahl der Ladevorgänge, sondern tatsächlich nur die vollständigen Ladungen zählen, kann man den Akku also sehr viel öfter als ‚nur‘ 1.000 Mal ans Ladegerät anschließen.

In unserem Beitrag zum Thema Reichweite haben wir dargelegt, dass die maximale Reichweite ein sehr breites Spektrum an Kilometeranzahlen abdeckt. Unter manchen Umständen kommt man über 100 km weit, in anderen Situationen reicht es nur für 30 km. Das macht die Berechnung der maximal fahrbaren Kilometer im Leben eines Akkus etwas schwierig. Der ADAC hat es 2015 ausgetestet und kam auf rechnerisch 57.000 km.

Beste Technik: Lithium-Ionen-Akkus ohne Memory-Effekt

Eben wurde schon vom Unterschied zwischen Ladezyklen und Ladevorgängen gesprochen. Das macht konkret die Technik der Lithium-Ionen-Akkus möglich, die keinen Memory-Effekt besitzen. Das heißt, sie merken sich nicht, wie oft sie angesteckt wurden, sondern nur, wie weit sie geladen wurden. Das gute an dieser Technik ist vor allem, dass sie mittlerweile fast flächendeckend am Markt angeboten wird. Es ist also relativ wahrscheinlich, dass Sie auch an Ihrem E-Bike so einen Akku besitzen.

Akku-Reparatur und Tuning

Es gibt einige Anbieter, die Akku-Reparaturen im Programm haben. Dabei wird der Akku geöffnet, die einzelnen Zellen werden kontrolliert und bei Bedarf ausgewechselt bzw. das BMS wird wieder richtig eingestellt. Das spart auf lange Frist Geld, denn die Reparatur kostet wesentlich weniger als ein neuer Akku und es schont nebenbei auch noch Ressourcen, weil die Geräte nicht vollständig weggeworfen werden.

Reinigung des Akkus und der Steckerpole

Für die Reinigung des Elektrofahrradakkus braucht es nicht viel – im Gegenteil – je weniger Utensilien verwendet werden, desto besser, scheint es. Elektronik ist bekanntermaßen hoch wasserempfindlich. Deshalb sollte allerhöchstens mit einem nebelfeuchten Tuch über die Oberfläche gewischt werden. Reinigungsmittel sind nicht notwendig und eher schädlich.

Auch der Anschluss, bzw. die Steckerpole sollten gelegentlich von Staub befreit werden, der sich vielleicht dort angesammelt hat. Dabei ist noch besser Acht zu geben als beim Akku selbst. Am besten macht man das überhaupt mit einem trockenen Tuch. Außerdem kann es nicht schaden, die Pole hie und da leicht einzufetten.

Ungefähre Lebensdauer und Entsorgung

Akkus verlieren nicht nur bei Gebrauch ihre Kapazität. Zunächst ist natürlich das Auf- und Entladen verantwortlich und die generelle Nutzung. Darüber hinaus altern Akkus aber auch. Man geht davon aus, dass sie in etwa 4 % ihres Potentials pro Jahr verlieren, selbst wenn sie nicht genutzt werden würden.

Bezieht man das und eben eine durchschnittliche Nutzung bei realistischen Bedingungen mit ein, kommt man auf eine Lebensdauer von Pi mal Daumen 4-6 Jahren. Danach kann der Akku eventuell noch repariert werden, oder muss ausgetauscht werden, was in der Regel um die EUR 300,- kostet. Der alte Akku muss fachgerecht entsorgt werden und zwar bringt man ihn dafür am besten in den Fachhandel. Diese sind mit Partnern vernetzt, die die einzelnen Baustoffe ordentlich entsorgen können.