E-Bike Akku Reparatur oder Ersatzakku: Was ist die bessere Entscheidung?

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Der Akku des E-Bikes gibt bereits nach dem 10. Kilometer den Geist auf, oder schafft die höchste Unterstützungsstufe nicht mehr – ein Fall für einen neuen Akku, oder? Bei einem Blick in die Produktübersicht und die Kaufmöglichkeiten vergeht einem der Elan allerdings oft schneller als gedacht, denn Preis und Verfügbarkeit sind nicht unbedingt immer wünschenswert aufgestellt.

Zum Neukauf des E-Bike-Akkus gibt es allerdings eine Alternative: Akkureparatur. So mancher mag dabei vielleicht skeptisch die Nase rümpfen, scheint es doch, dass es sich heute offenbar kaum noch lohnt, Dinge zu reparieren. Wir werfen einen Blick auf die Thematik und sehen uns an, ob die Skepsis begründet ist und wie Reparatur und Neukauf der Fahrradakkus im Vergleich zueinander abschneiden.

Reparatur vs. Ersatz: Pro und Contra

Im Folgenden wollen wir einige der Parameter beleuchten, die wichtig sind, wenn man überlegt, den E-Bike-Akku zur Reparatur zu bringen, oder gleich einen neuen zu kaufen. Am Ende des Kapitels finden Sie ein Fazit mit unserer persönlichen Empfehlung. Ob das dann auch die richtige Entscheidung für Sie sein wird, können wir natürlich nicht garantieren.

Preisvergleich

Im Falle eines nicht mehr funktionierenden Akkus ist die Reparatur desselben die bis zu 4x günstigere Möglichkeit, den Akku wieder in Schwung zu bekommen. Ein fachkundiges Auffrischen kommt preislich auf in etwa EUR 100,-, ein Ersatzakku dagegen kostet schnell EUR 3-400,-.

Verschwendung vorhandener Kapazitäten

Der Grund dafür, dass eine Reparatur des Akkus überhaupt sinnvoll sein kann, ist, dass sich Akkuzellen nicht gleichmäßig abnutzen. Die Einzelteile des Akkus sind also unterschiedlich stark beschädigt. Man spricht dann von einem unbalancierten Akku. Während einige Zellen das Zeitliche gesegnet haben, würden andere noch einwandfrei funktionieren, aber dennoch funktioniert der Akku als Einheit nicht mehr. Die kaputten Teile auszuwechseln hilft dabei, die noch einsatzfähigen Speicher nutzbar zu machen.

Verlässlichkeit

Ganz sicher abschätzen, wie viel noch aus dem alten Akkumulator herauszuholen ist, kann man leider nicht. Im Fachunternehmen ist zwar sehr viel mehr möglich, als man vielleicht erwartet, aber auf der sichereren Seite ist man wahrscheinlich dann doch mit einem neuen Exemplar. Man kann außerdem davon ausgehen, dass dieses anschließend wieder länger hält, als der reparierte Akku.

Umweltfreundlichkeit

In Sachen Ressourcen einsparen ist unüberlegtes Wegwerfen natürlich nie die Lösung, speziell dann, wenn noch ein Nutzen vorhanden ist. Und die Materialien, die beim Bau von Elektrogeräten, wie E-Bike-Akkumulatoren, verwendet werden, sind nicht unbedingt, wie Sand am Meer vorhanden. Selbst fachgerecht entsorgt ist es immer noch besser, den ein oder anderen Akku später erst weggeben zu müssen.

Schwere Erhältlichkeit

Gerade, wenn ein E-Bike-Modell inklusive Akku nicht mehr das brandneueste ist, kommt es vor, dass Ersatzakkus nicht mal mehr erhältlich sind. Genug genervt müssen sich viele E-Biker dann wohl oder übel für ein ganz neues und teures Elektrofahrrad entscheiden. Durch die Reparatur hat man noch ein wenig Zeit, bevor man sich vom alten Exemplar trennen muss.

Fazit

Sämtliche Faktoren in Betracht gezogen, kommen wir zu dem Schluss, dass sich eine Reparatur auf jeden Fall lohnt. Ist man sich vielleicht erst unsicher, kann man sich ja von einer fachkundigen Person erstmal beraten bzw. den Akku abchecken lassen. In der Regel kann man aber für wesentlich weniger Geld, als beim Neukauf, noch die ein oder andere Wattstunde aus dem Energiespeicher rausholen.

Wie funktioniert eine Reparatur?

Schritt 1: Diagnose

Zunächst wird sich angesehen, was mit dem Akku nicht stimmt und der Gesamtzustand des E-Bike-Akkus eruiert. Kommt dabei zum Vorschein, dass der Akku lediglich tiefentladen ist, kann man die Angelegenheit durch Ladeimpulse relativ schnell regeln lassen. Unter Umständen ist auch nur die Software, bzw. das Batterie Management System (BMS) falsch eingestellt, oder der Akku nicht optimal kalibriert. Die Beseitigung solcher Mängel, ist für die Werkstätte für gewöhnlich eine leichte Übung.

Liegt das Problem tiefer, werden die Zellen genauer unter die Lupe genommen. Dabei werden sie individuell untersucht und es wird nachgesehen, wie funktionsfähig sie noch sind. Nicht irreparabel geschädigte Akkuzellen können meistens wieder so hergerichtet werden, dass sie fast wie neu funktionieren.

Schritt 2: Zellentausch

Komponenten, die restlos erledigt sind, werden gänzlich ausgetauscht und mit passenden neuen Akkuzellen ersetzt. Mit einem speziellen Schweißgerät werden die einzelnen Zylinder miteinander verbunden, damit sie eine neue, funktionsfähige Einheit ergeben und wieder als Akku arbeiten.

Schritt 3: Neu bestücken mit Akkuzellen

In der Regel werden die Zellen also ausgetauscht oder reaktiviert und wiedereingesetzt. Dabei kann man sich die Frage stellen, welche Akkuzellen man einsetzt. Man kann selbstverständlich bei den altbewährten Modellen bleiben. So mancher hat aber selbstverständlich auch nichts gegen ein bisschen mehr Reichweite oder Nutzungsdauer.

Dann hat man die Möglichkeit, leistungsstärkere Zellen einsetzen zu lassen. Natürlich immer nur je nach Kompatibilität mit den originalen Komponenten.

Von der Fachkraft erledigen lassen, oder selbst reparieren?

In aller Kürze sei betont, dass man niemals selbst Hand an den Akku legen sollte. Viele Reparaturwerkstätten übernehmen den Akku nicht mehr, wenn er im Vorhinein bereits geöffnet wurde und sämtliche Versicherungen steigen aus, Herstellergarantien gelten nicht mehr.

Zudem ist das Öffnen eines Akkus, wenn man sich nicht mit der Materie auskennt, mitunter gefährlich, da es zu unkontrollierten Reaktionen kommen kann. Außerdem sind für die Diagnose, den Austausch und das anschließende Verschweißen eigene Werkzeuge und Geräte notwendig, die in der Regel nicht zur haushaltsüblichen Ausstattung gehören. Im Zweifelsfall führt der erste Weg am besten immer zur Werkstätte Ihres Vertrauens.

Was tun nach Tiefentladung?

Von Tiefentladung spricht man, wenn der Akkumulator so weit entladen wird, dass die Spannung unter die sogenannte Entladeschlussspannung fällt. Unterhalb dieses Wertes ist der Akku nicht mehr in der Lage, weitere nutzbare Energie zu liefern. E-Bike-Akkus gehören zu den Akkutypen, die unterhalt dieser Grenze, also tiefentladen, Schaden nehmen. Das kann zu Kapazitätsverlust oder gar zur vollständigen Zerstörung führen.

Ist das der Fall sollte man mit dem Akku zu einem fachkundigen Geschäft gehen. Sie haben das nötige Zubehör, um den Patienten unter gezielte Ladeimpulse zu setzen und so die Tiefentladung zu überwinden. Achten Sie aus diesem Grund darauf, den Akku niemals unter einen Ladestand von 30 % zu bringen. Lithiumakkumulatoren verlängern nämlich mit geringerer Entladungstiefe ihre Lebensdauer.

Letzte Station: fachgerechte Entsorgung

Haben Sie den Akku vielleicht schon einmal reparieren lassen, bzw. endgültig entschlossen, ihn in die ewigen Jagdgründe eingehen zu lassen, stellt sich die Frage, wo diese sind. Auch in diesem Fall führt der Weg zur Werkstätte, wo sich das Fachpersonal perfekt mit der Entsorgung solcher elektronischen Geräte auskennt. Dort wird das in der Regel für einen übernommen. Außerdem gibt es diverse Unternehmen, die sich der Entsorgung von Gefahrenstoffen angenommen haben. Dort kann man sich im Zweifelsfall erkundigen, oder dem Personal dort seinen kaputten E-Bike-Akku anvertrauen.