E-Bike Fahrradschlösser: welches Fahrradschloss für Ihr E-Bike passt

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Weit über EUR 1.000,- bzw. sogar mehrere davon legt man mitunter hin, um sich ein E-Bike zuzulegen. Pedelecs sind teuer und deshalb will man sie verständlicherweise in Sicherheit wissen. Für das subjektive Sicherheitsgefühl der Mehrheit an (E-)Fahrradbesitzer reicht es nicht, ein dünnes Kabelschloss anzubringen, damit man mit dem wertvollen Rad nicht mehr wegfahren kann.

Ein Großteil der Besitzer von E-Bikes und Pedelecs (ob nun mit 25 km/h oder 45 km/h Motorunterstützung) setzen also lieber auf eine Kombination aus Sicherheitsvorkehrungen, um den Rundumschutz zu gewährleisten. Was bei einem normalen Fahrrad genügt, muss es nicht auch bei der elektrischen Variante tun, denn die teuren fahrbaren Untersätze stellen eine lukrative Beute dar. Lesen Sie hier, auf welche Arten von Fahrradschlössern Sie zählen können.

Das macht ein sicheres Fahrradschloss fürs E-Bike aus:

Reicht bei einem durchschnittlichen, vielleicht noch günstig am Flohmarkt erstandenen Fahrrad auch ein durchschnittliches Fahrradschloss, um es anzuketten, muss es bei einem E-Bike schon ein qualitativ hochwertiges Schloss sein. Es darf nicht in einem Schwung gekappt sein, schon gar nicht mit Gerätschaften, die man einfach mitführen kann. Bolzen- und Seitenschneider dürfen keine Chance haben.

Teil eines hochwertigen Fahrradschlosses sind die stabilen Materialien, aus denen es gefertigt ist – oft Metalle und / oder feste und zähe Kunststoffe oder Textilien. Außerdem sollte es wuchtig und schwer sein. Es ist zwar dann auch etwas lästig es mitzuführen, sichert aber das Rad eher ab, als leichte und dünne Kabelschlösser.

fahrraddiebstahl

Vor allem der Preis ist bei Fahrradschlössern doch recht aussagekräftig. Natürlich kann man die Faustregel nicht auf alle Modelle umlegen, aber im Großen und Ganzen gilt, dass sich das Verhältnis zwischen Preis und Leistung doch direkt proportional verhält. Eine weitere Faustregel lautet, dass man in etwa 10% bis 15% des Fahrradneupreises für die Sicherheit desselben ausgeben sollte.

Ob man das E-Bike mit einem 50-Euro- oder einem 100-Euro-Fahrradschloss abschließt, macht einen großen Unterschied. Allerdings sollte man bei den mehrere tausend Euro teuren Gefährten schon tiefer in die Tasche greifen. Pedelecs (besonders ihre schnellen Varianten) können preislich bis in die EUR 5.000,- gehen. Da sollte man auch für die Sicherheit einige Hunderter aufbringen, oder / und über eine Zusatzversicherung nachdenken.

Welches Fahrradschloss soll man fürs E-Bike wählen?

Leicht oder schwer, flexibel oder starr, lang oder kurz – die Arten an Fahrradschlössern haben unterschiedliche Eigenschaften und Vor- und Nachteile. Sie können entweder zum Manko werden, oder sich gegenseitig ergänzen, wenn man verschiedene Schlösser anwendet. Tatsächlich gilt die Kombination aus mehreren unterschiedlichen Schlössern als am sichersten.

Rahmen- oder Ringschloss

Langsam vom Markt verdrängt, aber immer noch vereinzelt vor allem als Wegfahrsperre im Einsatz – das Rahmen- bzw. Ringschloss. Tatsächlich eignet es sich leider nicht unbedingt als alleiniges Fahrradschloss, den man kann es damit nicht an einem festgebauten Gegenstand anbinden. Hat jemand das Rad ins Auge gefasst, hat er es schnell am Vorderrad davongerollt und kann später in Ruhe das Schloss kappen und aufbiegen (was auch vor Ort gleich recht einfach ist).

Faltschloss

kettenschlossUnter den sichereren Varianten rangiert das Faltschloss. Es ist robust, lang, flexibel (was das Handling einfacher macht), aber nicht leicht zu kappen. Faltschlösser lassen sich nach dem Zollstockprinzip falten und so platzsparend verstauen, am besten in einer Halterung am E-Bike-Rahmen. In Rucksack oder Tasche hat es aber auch noch locker Platz.

Kettenschloss

Noch ein wenig flexibler als das Faltschloss ist das Kettenschloss. Es handelt sich dabei um eine robuste Kette mit frei beweglichen Gliedern, die meist von einem widerstandsfähigen und weitgehend reisfesten Textil umgeben ist. Alternativ dazu gibt es auch Kettenschlösser mit Kunststoffummantelung. Ihr großer Vorzug ist das einfache Handling, dass man damit das Rad an so ziemlich alle geeigneten Stangen schließen kann und dass es leicht verstaubar ist.

Kabelschloss

Daneben gibt es noch die (Spiral-)Kabelschlösser, die ähnliche Vorzüge haben, wie das Kettenschloss, allerdings, was die Sicherheit betrifft, in ihrem Schatten stehen. Sie sind flexibel und leicht, aber mit einem Seitenschneider einfach zu durchtrennen. Anwendung finden diese Modelle beim E-Bike am besten in Kombination mit anderen Schlossarten, etwa zum Anschließen einzelner Komponenten.

Bügelschloss

buegelschloss

Spitzenreiter unter den Fahrradschlössern, vor allem für E-Bikes und Pedelecs, ist das Bügelschloss. Es ist am sichersten, weil es am schwersten zu kappen ist. Man müsste es an zwei Punkten aufsägen, damit man es entfernen kann und das dauert den meisten Entwendern schlicht zu lang.

Nachteil des Bügels ist, dass es nicht lang ist. Der Pfosten, an den das Rad angeschlossen werden kann, muss sehr nah sein, ansonsten sollte man es mit einem stabilen Kabel- oder Kettenschloss kombinieren.

E-Bike-Schloss öffnen: Schlüssel, Code oder App?

Pedelecs und E-Bikes lassen sich nicht nur mit Schlössern unterschiedlicher Formen und Materialen abschließen, auch der Verschlussmechanismus ist variabel. Man hat die klassische Auswahl zwischen Schlüssel und Zahlencode, oder die neuere Variante des Verschließens und Öffnens per Smartphone-App.

Ein Schlüsselschloss hat den Vorteil, dass es keine Kombination gibt, die man als Dieb erraten kann (was übrigens besonders einfach ist, wenn es nur 4 Ziffern sind und die ersten beiden 19 sind, im Falle des Geburtsjahrs). Andererseits ist ein Schlüssel schnell verloren, die Kombination wiederum schnell mal vergessen. Nutzen mehrere Menschen das Rad und brauchen Zugang, eignet sich ein Code besser, denn im Lieferumfang sind meist nicht mehr als 2 Schlüssel enthalten.

Zukünftig wird womöglich das Handy Schlüssel und Code ablösen. „Smarte“ Schlösser kommunizieren via App mit dem Smartphone und lassen sich nur damit öffnen. Der große Vorteil dieser Variante sind die ganzen Features, die noch von der App angeboten werden. Man kann das E-Bike orten und tracken, falls es tatsächlich entwendet wurde, oder man kann den Akkustand des Schlosses einlesen.

GPS und Alarmanlage beim High-Tech-E-Fahrradschloss

Ist einem das E-Bike wirklich lieb und teuer, kann man in ein E-Fahrradschloss investieren, das dem E-Bike selbst in Sachen Technik in nichts nachsteht. Man kann mit einem GPS Tracker in der App  den aktuellen Standort einsehen und weiß damit jederzeit, wo sich das Rad befindet. Das ist praktisch, wenn mehrere Menschen das Rad nutzen und finden müssen (womöglich, wo der andere Nutzer es abgestellt hat). Auch wenn es tatsächlich zum Diebstahl kommt, ist dieses Feature nützlich.

Ein weiteres High-Tech-Feature von E-Bikeschlössern ist die Alarmanlage. Manche Schlösser sind dazu fähig, einen schrillen Alarm mit einer Lautstärke von bis zu 100 db abzugeben, wenn an ihnen herumgefuhrwerkt wird. Oder aber es sendet ein Signal an das Smartphone und informiert so den E-Biker, dass etwas nicht stimmt.

Zusätzliches Akkuschloss

Lampen, Displays, Sattel, Akkus sind (fast) lose Teile des Fahrrades, die man einfach abschrauben und mitnehmen kann. Es ist zwar definitiv ärgerlicher, wenn das ganze Rad weg ist, aber ohne Sattel macht das Fahrradfahren auch keinen Spaß. Daher wird geraten, Komponenten einzeln zu schützen, entweder durch Extra-Schlösser, oder man baut sie kurzerhand einfach selbst ab und nimmt sie mit.

Letztlich und endlich ist es auch eine Frage Ihrer Umgebung. Wenn sie ohnehin in einem Ort wohnen, wo sich Fahrraddiebstähle so oft wie Weihnachten ereignet, müssen Sie wohl auch nicht so viel Acht geben, als wenn Sie in einer Großstadt wohnen. Auf Nummer sicher zu gehen hat andererseits auch noch selten geschadet. Wer also in E-Mobilität investiert, sollte die Sicherheit nicht außen vorlassen.