E-Bike Reichweite: Mit diesen 7 Tipps schaffen Sie die maximale Distanz

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Was einen am E-Bike natürlicherweise am brennendsten interessiert, ist, wie weit man mit einer Akkuladung eigentlich kommt. Erfahrungsgemäß gehen die Herstellerangaben und die Realität zum Teil weit auseinander – um nicht zu sagen kilometerweit. Während die Produktbeschreibung bis zu 200 km verspricht, ist beim Radausflug mit dem E-Bike plötzlich nach 50 km Schluss.

Das kommt gar nicht mal so selten vor, denn die idealen Bedingungen, Laborbedingungen sozusagen, wie sie bei den Herstellertests herrschen, findet man im freien Gelände eher selten. Das ist aber gar nicht weiter schlimm, solange man weiß, welche Distanz man tatsächlich von einer Akkuladung erwarten kann. Dafür muss man Dinge, wie Fahrgeschwindigkeit, Eigenleistung, Fahrmodus, Fahrgewicht, Geländeart u.v.m. berücksichtigen.

Welche Parameter genau bei der maximalen Reichweite mitspielen, gibt es in diesem Beitrag zu erfahren.

 

Schnelltipps für bessere Reichweite

#1       Höhere Akkuleistung

#2       Motor mit besserem Wirkungsgrad

#3       Gewicht reduzieren

#4       Tretunterstützung geringer wählen

#5       Wenn möglich Reifen mit geringer Bodenhaftung wählen

#6       Die Anfahrhäufigkeit reduzieren

#7       Möglichst wenig bremsen

 

Diesem Kurzüberblick folgt ein umfassender Beitrag zum Thema E-Bike Reichweite und wovon sie abhängig ist. Sie erfahren hier, bei welchen Parametern Sie ungefähr wie viele Kilometer an Reichweite einbüßen werden müssen und was passiert, wenn Ihr Akku tatsächlich an seine Leistungsgrenze stößt. Wir weisen darauf hin, dass viele der Einflüsse auf die Reichweite sich gegenseitig bedingen und in den seltensten Fällen isoliert betrachtet werden können. Im Endeffekt ist die potentielle Reichweite eben doch ein Produkt aus vielen verschiedenen Umständen.

Technische Faktoren für eine größere Reichweite

Zunächst kommt es natürlich darauf an, wie viel Saft in der Elektronik steckt und wie viel aus dem E-Rad per se herauszuholen ist. Dabei geht es um den Antrieb auf der einen und um Fahrradtyp und Reifenprofil auf der anderen Seite. Sie werden erstaunt sein, welche Kleinigkeiten die Reichweite um mehrere Kilometer verändern können.

100 km oder 200 km – der Einfluss des Akkus

Offensichtlichstes und wesentlichstes Kriterium ist selbstverständlich die Kapazität des Akkus selbst. Ob er nun 300, 400 oder 500 Wattstunden leistet, hat einen großen Einfluss darauf, wie weit man mit einer vollen Ladung kommt. Der Unterschied kann zum Teil sogar um die 50 km pro 100 Wh betragen. Die Akkukapazität bezeichnet quasi die Ausgangslage: so viel und so lange hält die Leistung. Diese Reichweite wird nun von den verschiedensten Faktoren verkürzt oder verlängert.

Motortechnologie und Wirkungsgrad des Motors

Die Motortechnologie ist insofern für die Reichweite verantwortlich, als dass sie die vorhandene Energie mehr oder weniger gut umsetzt. Ausgefeilte Technik schafft es besonders gut, die vom Akku geleisteten Watt auch auf die Räder zu übertragen und je effizienter das passiert, desto mehr Kilometer können mit der vorhandenen Energie zurückgelegt werden. Dieser Parameter wird auch Wirkungsgrad genannt.

Fahrmodus bzw. Unterstützungsstufe

Einen Einfluss von bis zu 70 km hat der gewählte Fahrmodus. Mit den Modi kann man bestimmen, in welchem Ausmaß der Antrieb den Fahrer beim Treten unterstützen soll. Wählt man eine geringe Tretunterstützung, müssen Akku und Motor weniger leisten und halten demnach länger. Sollten Sie also eine lange Strecke vor sich haben, oder es mit der Kapazität langsam knapp werden, bietet sich an, den Fahrmodus etwas moderater zu wählen und dafür mehr eigene Muskelkraft anzuwenden.

E-Biketyp

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Vom Fahrradtyp hängt ab, wie man auf dem Sattel sitzt. Genaugenommen geht es dabei um die Aerodynamik. Bieten Sie selbst beim Fahren viel Angriffsfläche für die Luft ergibt sich durch den Luftwiderstand mehr Aufwand beim Treten und für den Antrieb. Vergleicht man ein Rennrad, auf dem man sehr tief sitzt, mit einem Stadtrad mit aufrechter Sitzposition, kommt man schnell mal auf eine Reichweitendifferenz von etwa 30 km.

Reifenprofil

Beim Reifenprofil kann man zugegebenermaßen nicht viel herausholen. Selbst wenn Rennradreifen, bzw. generell schmale und möglichst profilarme Reifen die beste Performance versprechen, kann man an einem Mountainbike eben keine solchen Reifen verbauen. Das wäre wohl bei weitem zu viel des Guten. Fahrradtyp und Reifenprofil hängen also unmittelbar voneinander ab. Als Faustregel gilt aber, wie gesagt, dass Reifen mit wenig Reibung am Boden die Akkukapazität am wenigsten beanspruchen, was in der Praxis in etwa 20 km ausmachen kann.

Weitere Faktoren mit Einfluss auf die Maximaldistanz

Neben dem E-Bike selbst bestimmen noch viele andere Faktoren die mit einer Akkuladung maximal zu erreichende Distanz. Das betrifft zum Teil den Fahrer, zum Teil Umweltfaktoren, hauptsächlich die Streckeneigenschaften. Wie weit Sie auf welchem Untergrund, mit welchem Gesamtgewicht, mit welcher Geschwindigkeit kommen, klären wir nun.

Gesamtgewicht inkl. Fahrer, Pedelec, Gepäck und Anhänger

Man kennt das aus diversen Situationen. Nehmen wir einmal an, Sie tragen einen schweren Rucksack. Wie viel schneller also ohne Rucksack geht Ihnen die Puste aus? Genau gleich verhält es sich beim Elektrofahrrad. Wiegen Sie selbst über 100 kg, das Fahrrad 25 kg, der Gepäcksträger ist beladen oder Sie ziehen womöglich einen Anhänger, wird es mit den zu erreichenden Kilometern schon knapp.

Streckenart und Bodenbeschaffenheit

Ganze 50 km ziehen steile Anstiege und weiche Waldwege im Vergleich zu flachen Asphaltstrecken von der Reichweite ab. Daran sollte gedacht werden, wenn man mit halbleerem Akku vorhat auf eine Mountainbiketour durch den Wald zu gehen. Wenn man Glück hat, schafft man es, das E-MTB noch auf den Berg hinauf zu radeln, für die Abfahrt benötigt man ohnehin keinen Strom mehr.

Anfahrhäufigkeit

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In der Stadt kommt es sehr häufig vor, dass man stehen bleiben muss. Stop-and-Go-Verkehr ist energiezehrend. Das weiß jeder, der beim Anfahren mit dem Auto einmal auf die Kraftstoffverbrauchsanzeige geschaut hat. An dieser Stelle kann man glücklicherweise optimal Energie einsparen indem man vorrausschauend fährt und sich beispielsweise so langsam einer roten Ampel nähert, dass man idealerweise weder stehenbleiben noch abbremsen muss.

Geschwindigkeit: Maximale Reichweite bei 45 km/h

Je nachdem, wie viel man selbst zur Geschwindigkeit beiträgt, schlägt ein Kilometer pro Stunde schneller auch ordentlich bezüglich des Energieverbrauchs zu Buche. Das kann bis zu 5 km pro km/h gehen. Anders ausgedrückt: wenn man 1 km/h schneller fährt, kommt man 5 km weniger weit mit einer Akkuladung.

Was tun bei leerem Akku?

Generell sei gesagt, dass man ohnehin den Akku nie ganz leeren sollte. Es ist zwar keine Katastrophe, wenn er gänzlich geleert wird, unbedingt förderlich ist es allerdings auch nicht. Am besten teilt man es sich so ein, dass man die Energie nur bis zu einer Ladung von 30-40% verbraucht. Das trägt neben anderen Faktoren zur Gesamtlebensdauer des Akkus bei.

Sollte es aber dennoch mal dazu kommen, dass der Akku auf der Fahrt komplett leer wird, hat man im besten Fall ein E-Bike, das keinen Tretwiderstand besitzt und möglichst leicht ist. Dann fährt es sich nämlich ohne Unterstützung wie ein schweres Fahrrad, also ohne große Probleme, sofern die Distanz bis zur nächsten Ladestelle nicht allzu groß ist. Währenddessen sorgt das sogenannte Batteriemanagementsystem dafür, dass beim vollständigen Entladen der Akku keinen Schaden nimmt.