Mit diesem Zubehör sind Sie auf Ihrem E-Bike bei Dunkelheit sicher

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Mit einem E-Bike ist man jederzeit gut und schnell unterwegs, auch in der Dunkelheit. Es sei denn, man verzichtet auf das nötige Zubehör und die nötigen Sicherheitsvorkehrungen, um auch in der Dunkelheit zu sehen und gesehen zu werden und damit sicher unterwegs zu sein. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie die rechtlichen Vorschriften bezüglich E-Bike Zubehör für Nachtfahrten sind und was Sie beachten sollten, um auf Ihrem E-Bike auch nach Anbruch der Dunkelheit sicher unterwegs zu sein.

Rechtliche Bestimmungen zur Fahrsicherheit bei Dunkelheit

Um bei polizeilichen Kontrollen in Sachen Fahrsicherheit bei Dunkelheit gut aufgestellt zu sein, benötigen Sie mindestens folgendes Equipment:

  • 1x Scheinwerfer in Weiß für vorne (mind. 10 Lux)
  • 1x Scheinwerfer in Rot für hinten
  • 1x Rückstrahler in Weiß für vorne
  • 1x Rückstrahler in Rot für hinten (mit der Kennzeichnung „Z“)
  • 2x Rückstrahler in Orange jeweils an den beiden Pedalen vorne und hinten
  • 2x Speichenrückstrahler in Orange jeweils an den beiden Laufrädern (alternativ sind auch weiß reflektierende Felgenbänder zulässig)

Das Beleuchtungszubehör muss vom Kraftfahrt-Bundesamt zugelassen sein. Das erkennt man am Prüfzeichen in Form einer Wellenlinie gefolgt vom Großbuchstaben „K“ und einer Nummer.

Die Rückstrahler sind festmontiert und immer mitzuführen. Die Scheinwerfer müssen erst ab der Dämmerung mitgeführt und eingeschaltet sein.

Bei Rädern ab einer Breite von 1 m, was etwa bei Lastenrädern der Fall ist, sind zusätzliche Scheinwerfer und Rückstrahler nötig. Wenn man einen Anhänger mitführt, der mehr als 60 cm breit ist, oder das Rücklicht verdeckt, muss auch der Anhänger ein zusätzliches Rücklicht links unten tragen.

Vorschriften zur Sicherheitsausrüstung bei S-Pedelecs

Beim S-Pedelec, also einem E-Bike, das bis max. 45 km/h Geschwindigkeit Motorunterstützung leistet, und das ja vor dem Gesetz nicht mehr als Fahrrad gewertet wird, gelten etwas andere Regeln. An einem S-Pedelec muss die Lichtanlage fest und dauerhaft montiert sein. Untertags ohne Lichtanlage zu fahren, geht also nicht. Eingeschaltet müssen die Scheinwerfer aber nur während der Dunkelheit sein.

Außerdem braucht es extra Reflektoren, einen Rückspiegel und Bremslichter, sowie eine Kennzeichenbeleuchtung. Diese Bestimmungen gibt es aber noch nicht so lange, wie es S-Pedelecs gibt. E-Bikes, die älter als diese Vorschriften sind, müssen allerdings nicht nachgerüstet werden. Empfohlen wird das natürlich trotzdem.

Beleuchtung am Rad

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Kommen wir nun zum Herzstück der Sicherheitsvorkehrungen bei Nachtfahrten mit dem E-Bike: der Beleuchtung. Nichts gewährleistet die Sicherheit auf dem Rad bei Dunkelheit besser, als der Dunkelheit Einhalt zu gebieten. Wie auf roten Teppichen und mondänen Urlaubsdestinationen heißt es: gesehen und gesehen werden ist das A&O.

Das bedeutet, dass man die Lichtanlage so einstellen muss, dass man einerseits gesehen wird, während man die Mitverkehrsteilnehmenden nicht blenden darf, und dass man selbst den Weg besser einsehen kann. Konkret wird es damit mit den vorgeschriebenen 10 Lux mitunter etwas knapp. Um selbst auch auf wirklich dunklen Strecken ausreichend Licht zu haben, kann man durchaus auch bis zu 50-100 Lux auf die Lenkerstange packen.

Aber Achtung: Bei so viel Helligkeit muss die Ausrichtung stimmen, denn sonst blendet man den Gegenverkehr.
 


Austesten des Lichtwinkels


Stellen Sie das Fahrrad mit seiner Beleuchtung in 5 Metern Entfernung vor eine Wand. Die obere Kante des Lichtkegels muss dann etwas tiefer als die Befestigungshöhe der Lampe auf dem Fahrrad sein.


Die minimale und maximale Befestigungshöhe liegt übrigens bei 40 bis 120 cm für den Vorderscheinwerfer und 25 bis 120 cm für den Rückscheinwerfer. Wenn Sie den Scheinwerfer so ausrichten, wie oben beschrieben, sehen Sie innerhalb der 10 bis 40 m vor Ihnen den Weg ideal ein und leuchten dem Gegenverkehr nicht direkt in die Augen.

Die Beleuchtung darf übrigens an die Elektronik angeschlossen werden bzw. darf mit dem E-Bike- oder einem externen Akku betrieben werden. Aber Achtung: wenn der E-Bike-Akku ausgeht, ist das Pedelec vielleicht trotzdem noch fahrtüchtig, ohne Licht darf aber in der Dunkelheit nicht mehr gefahren werden.

Auch Brems- und Blinklichter, die an die Technik des E-Bikes angeschlossen werden können, sind möglich, wenngleich nicht gesetzlich vorgeschrieben. Gerade bei Anhängern und breiteren Rädern bieten sich diese Möglichkeiten aber durchaus an. Darüber hinaus kann man auf Fahrradlampen zurückgreifen, die über je einen Tag- und Nachtfahrmodus verfügen, zwischen denen man hin- und herschalten kann.

Reflektoren und Rückstrahler am E-Bike

Bei E-Bike-Reflektoren haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten. Gesetzlich vorgeschrieben sind die oben genannten Rückstrahler jeweils vorne und hinten und an den Pedalen. Auch an den Speichen braucht man Reflektoren, es sei denn, die Laufräder haben Felgenbänder, die reflektieren. Daneben gibt es auch noch Aufkleber in unterschiedlichen Farben, welche allerdings nur zusätzlich zu den eigentlichen Rückstrahlern verwendet werden dürfen.

Sichere Bekleidung für E-Biker

Was neben dem E-Bike-Zubehör für Nachtfahrten noch eine Empfehlung wert ist, ist eine gewisse Sicherheitsbekleidung für E-Biker. Mit richtiger Bekleidung können Sie andere Verkehrsteilnehmende bereits aus weiterer Entfernung sehen, was schwerwiegende Unfälle verhindern kann. Zu dieser Ausrüstung zählen folgende Bekleidungsstücke:

  • Eine Reflektorweste in Neonfarben mit Rückstrahlstreifen
  • Ein Fahrradhelm mit reflektierenden Aufklebern oder gar elektrischer Lichtanlage
  • Reflektierende Armbänder (besonders beim Abbiegen von Vorteil)
  • Reflektorbänder, die man ums Bein schnalzen kann
  • Reflektierender Hosenschutz in Signalfarben

All diese Dinge sind zwar nicht vorgeschrieben, wenn Sie ohne Reflektroweste am E-Bike angetroffen werden, kann Ihnen also nichts passieren, solche Bekleidungsvorschläge sind allerdings in höchstem Maße empfehlenswert, wenn man in Dunkelheit und schlechter Sicht besonders auf vielbefahrenen Straßen unterwegs ist.

Richtiges Fahrverhalten: Nachtfahrten ohne Risiko

Schließlich und endlich kommt es nicht nur darauf an, wie man ausgestattet ist, sondern auch, wie man sich verhält. Verantwortliches Verhalten ist das Um und Auf, damit der Straßenverkehr sicher bleibt. Demnach gibt es einiges, worauf man achten kann, wenn man nachts am Pedelec unterwegs ist.

  • Beleuchtung frühzeitig einschalten: Besonders an trüben Tagen kann man die Beleuchtung frühzeitig bereits bei Zwielicht einschalten. Als Richtlinie gilt, dass die Beleuchtung ebenfalls an sein sollte, sobald die Straßenbeleuchtung an ist. Bekanntlich ist das in Herbst und Winter also häufiger der Fall, wenn die Sonne bereits gegen 3 oder 4 am Nachmittag unterzugehen beginnt.

  • Beleuchtung bei schlechtem Wetter: Auch bei schlechtem Wetter kann man die Beleuchtung einschalten. Auch da herrscht oft schlechte Sicht und je eher man den anderen Verkehrsteilnehmenden dabei hilft, einen zu sehen, desto sicherer ist man unterwegs.

  • Vorsichtiges Fahren: Wenn die Sicht eingeschränkt ist, sollte man sicherheitshalber einen Gang zurückschalten. Einmal mehr schauen, langsamer abbiegen, aus Gabelkreuzungen nicht sofort hervorschießen, sondern einmal mehr stehen bleiben sind alles Dinge, die das Leben auf der Straße sicherer gestalten.

  • Abstand halten: Schaffen Sie sich Ihre eigenen Sicherheitszonen und halten Sie bewusst Abstand. Sich zwischen Straßenrand und Auto hindurch an der Kolonne vorbei nach vorne zu zwängen kann gerade in der Dunkelheit gefährlich werden. Der tote Winkel wird leider nach Sonnenuntergang auch nicht lebendiger.

Nützliche Gadgets tragen zur Sicherheit am E-Bike bei.

Zu guter Letzt gibt es auch allerlei nützliche Gadgets und Spielereien, die einem dabei helfen, sicherer durch den nächtlichen Verkehr zu kommen. Beispielsweise gibt es so etwas wie ein Verkehrsradar, das im Umkreis von etwa 100 m ausmisst, was sich da so tut. Wenn es eng oder brenzlig wird, meldet es sich.

Ein recht bekanntes Gadget sind die Laufradlichter. Man klemmt sie auf die Speichen, schaltet sie ein und, wenn die Räder rotieren, ergeben die Lichter spannende, runde Muster. Neben dem optischen Effekt haben sie den Vorteil, dass das Rad damit sicher nicht übersehen wird.

Außerdem gibt es so etwas wie einen Leuchtring für den Lenker oder Vibrationseinsätze für die Lenkergriffe, die bei der Navigation helfen. Statt ständig auf das helle Display zu schauen, und vom Verkehr abgelenkt zu sein, bekommt man mit diesen Gadgets einfacher mit, wo man lang fahren muss.

Das sind nur einige wenige Beispiele, aber sie zeigen zumindest, wo bei Nachtfahrten mit dem E-Bike Gefahren lauern können. Ein helles, ablenkendes Display kann nämlich genauso gefährlich werden, wie ein dank schlechter Beleuchtung übersehenes Schlagloch oder ein Auto, das einen selbst übersieht. Bleibt uns nur noch zu sagen: gehen Sie auf Nummer sicher und passen Sie auf sich auf. Gute (Nacht-)Fahrt!